Von: Mario Mantese
Mario Mantese, Aktuell

Die sanft heilende Kraft

Unfassbar sanft, subtil und doch unglaublich wirksam – so erfahren viele Menschen eine Kraft der Präsenz und Stille, die auf schwer zu beschreibende Weise von Mario Mantese ausgeht. Seit Jahrzehnten verströmt der Schweizer Weisheitslehrer diese erlösende Kraft. An seinen öffentlichen Zusammenkünften beteiligen sich jedes Jahr Tausende von Teilnehmern aus aller Welt. In diesem Buch berichten zwanzig Menschen, die Meister M seit vielen Jahren kennen, wie sie den Weg zu ihm gefunden haben und was sie bei ihm an Wunder und Wunderbarem erfahren. In kurzen Interviews blitzt der Geist auf, der als sanft heilende Kraft in allen Lebewesen wirkt. Gebunden, 281 Seiten, Fr. 22.–, ISBN 978-3-905752-74-8


Von: Mario Mantese

Unfassbar sanft, subtil und doch unglaublich wirksam – so erfahren viele Menschen eine Kraft der Präsenz und Stille, die auf schwer zu beschreibende Weise von Mario Mantese ausgeht. Seit Jahrzehnten verströmt der Schweizer Weisheitslehrer diese erlösende Kraft. An seinen öffentlichen Zusammenkünften beteiligen sich jedes Jahr Tausende von Teilnehmern aus aller Welt. 

In diesem Buch berichten zwanzig Menschen, die Meister M seit vielen Jahren kennen, wie sie den Weg zu ihm gefunden haben und was sie bei ihm an Wunder und Wunderbarem erfahren. In kurzen Interviews blitzt der Geist auf, der als sanft heilende Kraft in allen Lebewesen wirkt.
Gebunden, 281 Seiten, Fr. 22.–, ISBN 978-3-905752-74-8  

 

Buchauszug: ein Kapitel aus Die sanft heilende Kraft

Innere Spurensuche

Sita Mette

Dass ein guter Wanderer keine Spuren hinterlässt, erfuhr ich erst viel später von Meister M.

Spiritualität war in meinem Umfeld damals ein Fremdwort. Im christlichen Glauben fand ich ein wenig Nährboden. Schon immer war Gott mein Rettungsanker, bei dem ich Hilfe suchte, wenn ich mich von den Menschen verlassen fühlte. Ich erinnere mich, wie ich als Jugendliche mit dem Pferd durch die Wälder streifte und lauthals rief: »Christus, wo bist Du? Rufe mich laut und deutlich, dass ich Dich finden kann!« Im Christentum wurde ich stets als die »ewig Suchende« wahrgenommen. Ich war in der Gemein-dearbeit tätig und begann Gottesdienste mitzugestalten. Ich wollte das einbringen, was mir dort so sehr fehlte. Als ich ganz zaghaft danach strebte, den göttlichen Funken in mir selbst entdecken zu wollen, war die Zeit des Zusammenwirkens vorbei. 

Beim Weiterziehen waren es die Lieder, die mir zu wichtigen Wegbegleitern wurden. Auch die Morgenstimmung von Edward Grieg hatte sich dort eingefügt. Diese Musik war wie ein Bindeglied zu etwas, das ich bewusst nicht erfassen konnte. Innerlich war ich jedoch immer wieder tief erfüllt. Viel Kraft, habe ich über Jahrzehnte immer wieder aus Peer Gynt schöpfen können. Diese Musik war wie eine Einkehr in mich selbst.

Babaji
Oft fragte ich mich, was da so unermüdlich an meinen Lebensfäden zog, und in dieser Umbruchstimmung sah ich ein Foto von Babaji. Dieser durchbohrende Blick und ein paar Bücher von ihm reichten, um meinem bisherigen Lebensweg eine vollkommen neue Richtung zu geben. Kurz entschlossen buchte ich einen Flug nach Indien. Ich war von Anfang an erstaunt, auf welch klaren Pfaden ich in diesem faszinierenden Land geführt wurde.

In Babajis Ashram in Haidakhan glaubte ich zu Hause angekommen zu sein. Es war solch ein vertrauter Boden, als sei ich schon immer dort gewesen. Ich hatte das Gefühl, von seiner schützenden Hand gehalten zu sein. Es war eine Schulung der gelebten Hingabe. Leider war das Göttliche zwar spürbar, aber physisch nicht mehr erreichbar, denn Babaji hatte seinen Körper, der hier im Mahasamadhi lag, bereits vor vielen Jahren verlassen.

Meine Zeit in Haidakhan gestaltete sich kürzer als geplant. Ich hatte plötzlich kein weiteres Ziel mehr und ließ mich »reisen«. Ich hatte in der Zwischenzeit von einem Babaji-Ashram in der Schweiz gehört und spürte das Bedürfnis nach mehr Information. In Südindien hatte ich auf einmal – als bisher absolute PC-Verweigerin – den starken Drang, einen Internetshop aufzusuchen. Eine Frau aus Äthiopien half mir, ein E-Mail-Konto zu eröffnen, und bald fand ich die Website von Babajis Ashram und Seminarzentrum in der Schweiz. Ich staunte nicht schlecht, als mir die Äthiopierin erzählte, dass meine Vorgängerin hier am PC diese Seite aufgebaut hätte und am Abend sicher wiederkommen würde. Wie ich später erfuhr, war sie die neue Leiterin des Schweizer Ashrams. Für mich war dies ein deutlicher Hinweis, wohin der nächste Schritt mich führen würde.

Am Abend traf ich diese Frau tatsächlich. Wir führten ein langes, angeregtes Gespräch, meine letzten Zweifel waren weg. Ich schrieb einen Brief in die Schweiz, um mich für die Aufnahme in diese Ashramgemeinschaft zu bewerben. Genau an meinem Geburtstag wurde entschieden, dass ich als Gemeinschaftsmitglied willkommen sei.

Kurz vor meiner Indienreise hatte ich noch einen Vortrag des Dalai Lama in Basel besucht. Ich hatte die dort spürbare Fülle an Liebe und Leichtigkeit förmlich aufgesogen und war beeindruckt von seiner Güte und seinem Humor. Ein tiefer Friede strömte in mich ein – und doch war ich hier nicht angekommen, das spürte ich damals tief. 

Bevor ich nach Europa zurückflog, ließ ich mich noch von etlichen Lehrern durchfließen, suchte Ashrams und Gurus auf und besuchte immer wieder Tiruvannamalai. Beim Aufstieg zum heiligen Berg Arunachala fragte mich jemand, ob ich denn Christus oder Babaji in wiederverkörperter Form überhaupt erkennen würde. In diesem Augenblick kam mir ein bekannter spiritueller Lehrer entgegen, und es war mir wie ein Zeichen, eine Bestätigung, dass ich IHN wiedererkennen würde.

Der aus der Stille
Ich lebte bereits einige Zeit im Schweizer Ashram, als ich zufällig ein Telefongespräch mithörte. Ein Mario Mantese – Meister M – sei an einem speziellen Foto von Babaji interessiert. (Ich wusste damals nicht, dass man ihn vor einigen Monaten bereits in den Ashram eingeladen hatte. Man hatte ihn gefragt, ob er einmal an einem Wochenende im Ashram sprechen und einen Darshan geben würde, er hatte dankend abgelehnt. Obwohl er den Ashram wunderschön fand, hatte er der Leitung erklärt, dass dies technisch nicht möglich sei, da die Räumlichkeiten viel zu klein seien. Was ich dann später mit eigenen Augen sah und verstand.) Diesen Namen hatte ich noch nie gehört, doch das gewünschte Foto war mir von Haidakhan her wohlvertraut. Ein mühsames Suchen begann, doch außer auf dem Altar eines Gemeinschaftsmitgliedes wurde ich nicht fündig. Doch eine unerklärlich starke Energie drängte mich. Beim Vorbereiten eines Seminars im Ashram entstand aus unserem Kinderhäuschen eine schnuckelige kleine Buchhandlung. Dort entdeckte ich plötzlich Bücher von Mario Mantese – Meister M. Mir stockte der Atem. Es waren ganz neue Welten, die sich mir beim Lesen offenbarten. Die gewaltige Kraft in seinen Worten berührte mich tief in meinem Innersten. So etwas hatte ich bisher noch durch kein Buch erfahren. Unserer Volontärin erzählte ich aufgewühlt davon und erfuhr, dass sie vor einigen Wochen eine Zusammenkunft mit Meister M besucht hätte. All ihre Schilderungen verstärkten meinen Drang, nach dem Foto zu suchen, doch ohne Erfolg. Dann wurde die Volontärin verabschiedet – zurück blieb ein Foto von Babaji, genau das, das ich so lange gesucht hatte. Sie hatte es vergessen. Ich wollte es ihr mit der Post nachschicken, konnte aber an dem Tag nicht mehr ins Tal hinunter. Und dann kam sie trotz Urlaub noch einmal für eine Nacht in den Ashram zurück. Sie schmunzelte, als sie das Päckchen an Meister M sah, denn sie war gerade auf dem Weg zu einem Intensivseminar mit ihm und wollte ihm das Foto mitbringen, ohne zu wissen, dass ich dieses Bild fieberhaft gesucht hatte.

 

Angekommen im Licht
Es folgte ein ungeduldiges Warten, bis ich selber Monate später an einer Begegnung teilnehmen durfte, da Meister M nur ein paar Mal im Jahr an die Öffentlichkeit tritt.

Ich staunte, als ich die große Halle betrat. Überall sah ich bekannte Menschenseelen. Dieses Gefühl einer inneren Verbundenheit, Teil eines riesigen Netzwerkes zu sein, verstärkte sich im Laufe der Jahre.

Nun saß ich hier mit Hunderten Menschen, voller Vorfreude, voller Spannung, voller Dankbarkeit. Blitzartig durchzuckte es mich, als auf einmal aus Peer Gynt die »Morgenstimmung« ertönte. Ich empfand es wie ein vereinbartes Erkennungszeichen, so als sei Meister M mit diesem Lied schon seit Jahren an meiner Seite gegangen, nur für mich nicht sichtbar. Dann zog jemand den großen, schweren Vorhang ein Stück weit auf, heraus trat Meister M. Die Zeit schien stillzustehen. Das Draußen hörte auf zu existieren, es zählte nur noch dieser Augenblick. Dieses immense göttliche Licht in menschlicher Gestalt, diese unermessliche Güte, die er ausstrahlte, durchschüttelte mich. Mein ganzes System schien sich neu auszurichten, und die Tränen tiefer Klärung waren nicht mehr aufzuhalten. Wieder holten mich Erinnerungen ein und ich erkannte den »Christus«, nach dem ich damals hoch zu Ross gerufen hatte. Er hatte mich erhört und mich auf dem Weg geleitet. Ich war endlich zu Hause angekommen. Tief berührt schrieb ich am Abend in mein Tagebuch: »Hier und jetzt hört mein Suchen auf. Ich tauche ein in die Unendlichkeit, versinke im Göttlichen, lichtvoll durchtränkt und neu beseelt, erfüllt von glückseligster Liebe. Bereit zur absoluten Hingabe und (Ego-)Selbstaufgabe, bereit, die Schatten zu beleuchten und letztendlich zu transformieren« – und das hat sich bis heute nicht geändert.

Bevor das Neue seinen Raum einnehmen konnte, galt es Altes zu entrümpeln. Im Außen trieb mich eine enorme Schaffenskraft an. Der Ashram ließ mich die Freude des Wirkens entdecken. Dort war ich im Fluss und immer wieder erstaunt, wie zur richtigen Zeit die richtigen Menschen und Dinge zu mir kamen. Doch im Inneren schienen die Müllberge, all das bisher nicht Aufgearbeitete, noch größer zu werden. Es war wie ein immer tieferes Hinabsteigen in die Kellergewölbe uralter Zeiten – nur jetzt mit einem Licht in der Hand. Eine Auflösung der Illusionen begann, die mich bis dahin gefangen gehalten hatten: eine enorme Konfrontation mit meinen Schattenseiten, all den selbst erschaffenen Dramen meines Lebens. 

Als ich Meister M einmal um Rat fragte, sagte er: »Wenn das reine Licht in die Dunkelheit strahlt, dann gibt es heftige Bewegungen und Turbulenzen, dann kommen alle Schatten hoch. Aber die Dunkelheit wird und muss sich auflösen, mach dir keine Sorgen, ich bin hier und jetzt.«

Mein Leben in der spirituellen Gemeinschaft im Ashram war ebenso ein ständiges An-meine-Grenzen-Stoßen wie auch eine großartige Chance, über diese Begrenzungen hinauszuwachsen. Im Karma-Yoga (selbstloses, gottgewidmetes Dienen) konnte ich mich finden. Die Worte von Meister M wirkten wie Balsam: »Wer zu mir kommt, kommt zu sich selbst, doch euer Kommen, Bleiben und Gehen berührt mich nicht. Wer bereit ist, ist bereit, wer nicht, eben nicht.« Auch seine Aufforderung »Werdet endlich normal und handelt verantwortungsvoll in eurem täglichen Leben, hebt nicht ab!« entsprach mir sehr.

Ich hatte das Gefühl, seine »Be-Leerung« habe weit vor unserem ersten physischen Treffen begonnen.

 

Du bist nicht alleine
Längst war meine Zeit in der Gemeinschaft im Ashram an ihr Ende gekommen, doch ich war noch nicht bereit, wirklich loszulassen. Entsprechend stark war der Widerstand. Bei einem weiteren Darshan bat Meister M eine Bekannte von mir auf die Bühne. Mir kamen die Tränen, und ich war tief erstaunt, was da in mir geschah: Ich war eins mit dieser Szene. Ich war sowohl die Gebende als auch die Empfangende und ebenso die Beobachterin. Meister M ist gleichzeitig bei allen Menschen, das wurde mir hier tief bewusst. Ich war so tief genährt, dass alle Bedürfnisse weggewischt waren. Meister M einmal so nahe zu fühlen, obwohl ich physisch entfernt war, das war ein besonderes Erlebnis. Umso mehr war ich erstaunt, als er kurz darauf auch mich zu sich rief. Wortlos wurde ich gehalten und versank im Lichtermeer. Der Tropfen fließt zurück in den Ozean. Ich tauchte in ganz andere Ebenen ein und erlebte eine Verschmelzung, in der alles Trennende verschwand.

Am nächsten Tag begann eine schwierige, schmerzvolle Phase einer inneren Ablösung. Wenn ich der Verzweiflung nahe war, erinnerte ich mich an diese warme innere Umarmung von Meister M, was mich sogleich beruhigte. Gehen musste ich die Schritte alleine, doch voller Vertrauen fühlte ich mich von seiner liebevollen und so heilsamen Lichtkraft gehalten und durch die Turbulenzen hindurchgetragen.

Inzwischen war ich umgezogen und wohnte nicht mehr im Ashram. Bei der nächsten Zusammenkunft hatte ich meine Adressänderung der Organisation mitgeteilt. Meister M bat mich kurz zu sich auf die Bühne und fragte mich: »Was war denn das?« Allein mit seiner kraftgeladenen Frage, die ja eigentlich nichts Besonderes war, nahm er mir unmittelbar den schweren Ballast der vergangenen Monate ab.

Das Gewesene war auf einmal unwesentlich geworden. Es blieb ein tiefes Gefühl der Befreiung und eine ganz neue Lebendigkeit. Folgende Worte gab er mir mit auf den Weg: »Mach dir um dich keine Sorgen, für dich wird gesorgt.« Genau das erfahre ich seither. Alles fügt sich ein. Ich genieße die Fülle, und es öffnen sich Türen, die ich kaum für möglich hielt. Das ständige Kämpfen hat ein Ende gefunden.

Das Jahr danach war wie ein Lebensrückblick. Alles, was ich je gemacht hatte, wiederholte sich wie in einem traumartigen Film. Ich konnte nochmals tief in Vergangenes hineinschauen, mir dessen bewusst werden und loslassen, damit Neues sein konnte.

Vier Jahre hatte ich in diesem Ashram auf einer Alp in der Schweiz gelebt. Nun wollte ich ins Stadtleben hineinschnuppern. Doch im Gewusel von Bern fühlte ich mich ziemlich einsam und verloren. Auf einmal, es war an einem Nachmittag, stand plötzlich Meister M mit seiner Frau mitten in dieser Stadt vor mir. Wir witzelten über Belangloses. Doch als er schmunzelnd weiterging, begann unmittelbar in mir etwas unendlich Tiefes zu wirken. Sein Hiersein kennt wahrlich keine Grenzen, dies wurde mir in diesen Momenten einmal mehr tief bewusst.

 

Oase der Stille
Bei den ersten Begegnungen konnte ich die Kraft, die Meister Ms Worte enthielten, kaum aushalten. Allmählich begann ein inneres Lauschen, sodass die enorme Schwingung tief in mir wirken konnte. Ich erlebte ein vorsichtiges Herantasten, ein zunehmendes Einlassen und Wirkenlassen dieses unglaublichen Lichts, das Meister M ist! Ich denke, ich kann nur zu einem Bruchteil erahnen, welch große Gnade mir durch seine Gegenwart zuteilwird. Es bleibt die tiefe Dankbarkeit, dass er – auch mich – zu sich gerufen hat.

Meine Fragen an Meister M

F.: Je länger ich den Weg mit dir gehe, desto weniger Fragen kommen mir. Ist dies aus Bequemlichkeit oder vielleicht Verweigerung der Tiefenschau?

MM: In der Abwesenheit der Zeit und der Anwesenheit des Zeitlosen wird das unruhige Denken still und alle unnötigen Fragen verblassen. Fragen entstehen aus dem Denken, und Denken erschafft allerlei Konzepte und Vorstellungen, die nie das sind, was du wirklich bist. Wer sich mir nähert, wird still.

F.: Wie ist es möglich, dass du gleichzeitig für viele Tausende Menschen da bist, sie wahrnimmst, ihnen zur Seite stehst, selbst wenn große Distanzen dazwischenliegen?

MM: Mein Hiersein ist raum- und zeitlos, frei von Nähe und frei von Ferne. Ich bin hier für alle, weil alle genau das sind, was ich hier und jetzt bin.

F.: Es gibt nur einen Geist, und dennoch scheinen wir als individuelle Seelen vorhanden zu sein?

MM: Mag sein, dass wir als individuelle Seelen vorhanden zu sein scheinen, doch das, was du wirklich bist, ist das, was vor jeglicher Manifestation existiert. Eine individuelle Seele zu sein, existiert bloß als eine Vorstellung im Bewusstsein. Sie erscheint wie eine flackernde Fata Morgana in der Wüste. Der Wüstenboden ist wirklich, die Fata Morgana nicht.

F.: Ist es normal, wenn man sich nach einer Partnerschaft sehnt, oder ist dies eine bloße Projektion der Erfahrung von Seligkeit im Weltlichen?

MM: Das starke Bedürfnis nach Partnerschaft, nach Zusammensein, ist eine vereinigende Kraft, die allen Lebewesen innewohnt. Zweiheit sucht nach Einheit. Wer erwacht, ist der vergänglichen Illusion von Form und Gestalt gewahr, gleichzeitig auch seines zeitlosen Hierseins. Wer dessen gewahr ist, ist nie mehr allein, sondern all-ein, auch in einer Partnerschaft.

F.: Was siehst du, wenn du in uns und durch uns schaust?

MM: Darüber spreche ich nicht. Ich bin nicht hier, um die Menschen zu unterhalten.

F.: Wo sind die Ebenen deines Wirkens?

MM: Da ich auf keiner Ebene bin und keine Ebenen kenne, ist mein Wirken unbegrenzt. Wirken geschieht in der Stille. Ich-Abwesenheit ist grenzenlose Anwesenheit. ES wirkt allumfassend, weil der Wirkende abwesend ist.

F.: Wohin gehen wir – oder gehen eben nicht –, wenn wir uns nicht mehr inkarnieren?

MM: Wir sind nie gekommen, und somit gibt es auch keinen Ort, an den wir gehen könnten. Wir sind ewig hier und jetzt!

F.: Ist das, was da draußen in der Welt passiert, alles von mir selbst gestaltet?

MM: Eigentlich ist in deinem zeitlosen Hiersein nie etwas vorgefallen oder geschehen. Die manifestierten Vorstellungen entstehen aus dem Ich, das ja selbst nur als Erscheinung im Bewusstsein existiert. Diese konzeptuellen Vorstellungen des Ichs sind nichts als ein Spiel der Unwissenheit.

F.: Wenn neue Projekte nicht richtig ins Fließen kommen, was ist dann blockiert? Fehlt der Wille, das Wissen, sind es eigene Ängste, oder ist es einfach nicht unsere Bestimmung?

MM: Den meisten Menschen fehlt die Geduld, Dinge im Alltag ausreifen zu lassen. Sie sind ungeduldig und wollen schnelle Resultate. Man ist sich selbst im Weg, wenn man die Fähigkeit verloren hat, ins Leben zu lauschen und sich vom Leben selbst leiten zu lassen. Solange man der Illusion, der Handelnde zu sein, erlegen ist, sind die Dinge nie an ihrem richtigen Platz. Wer erwacht, ist bloß Zeuge.

F.: Unsere Seelen inkarnieren sich in einer gewissen Absicht, um Erfahrungen zu sammeln, um wieder zum eigenen Selbst zu finden. Wie können wir jedoch verstehen, was tatsächlich unsere Aufgabe in diesem Leben ist?

MM: Aufgabe als »Auf-gabe« könnte die Aufgabe sein. Die Unwirklichkeit in der Wirklichkeit zu durchschauen, ist die eigentliche Auf-gabe! Das denkende Ich ist geboren, du nicht!

 

 





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