SPUREN Nr. 122 / Winter 2016

Spuren Ausgabe 122 Winter 2016

Es gibt Menschen, die nehmen das, was andere verehren, anbeten und predigen, für bare Münze. Sie wollen vom Heiligen nicht bloss hören, sie wollen es selber erfahren, am eigenen Leib, mit Haut und Haar. Statt blind zu glauben, schliessen sie Augen, Mund und Ohren und horchen nach Innen. Im innigen Gebet, in der Stille, in der Versenkung eröffnet sich ihnen ein Zugang zu einer Wahrheit, die zwar persönlich ist, zugleich aber universell. So gut wie in allen Religionen gibt es mystische Schulen, die sich nicht mit Geboten und Dogmen zufriedengeben. Der Kern, auf den sich mystische Praktiken ausrichten, lässt sich von keinem Glaubensbekenntnis vereinnahmen, und er ist für jeden Menschen zugänglich.

SPUREN Nr. 121 / Herbst 2016

Spuren Ausgabe 121 Herbst 2016

«Ja, hallo, wie geht es dir?» «Danke, gut. Und selber: Wie hast du es so?» «Danke, ich kann nicht klagen. Vor Kurzem war ich ja im Urlaub, obwohl mir das vorkommt, als wär es bereits Monate her …» Und so weiter. Was man halt so sagt bei solcher Gelegenheit. Mehrmals am Tag das gleiche Ritual, mit dem wir uns gegenseitig bedeuten, Interesse am Gegenüber und an dessen Wohlergehen zu haben.

Nicht wirklich. Doch darum geht es ja nicht. Das wissen wir irgendwie alle. Und doch kommen wir von den Floskeln nicht los. Sie dienen der Überleitung, bis wir zur Sache kommen. Oder auch nicht. Dann haben wir dem anderen immerhin signalisiert, dass wir uns grundsätzlich für ihn und sein Wohlergehen interessieren.

Falls wir es wirklich wissen wollen, tun wir gut daran, eine Aussage mit Substanz bereit zu halten. Und dazu sollten wir wissen, wie es uns selber geht. Gerade jetzt. Die Frage kehrt sich um: Wie geht es mir? Habe ich Kummer, Hunger, oder bin ich krank? Das alles – und noch viel mehr – gehört zum Menschsein. Es gibt auch Glück, Niedergeschlagenheit, Kopfschmerz, Liebe, Angst, Freude, Lust, Müdigkeit, Trauer, Gebrechen, Schmetterlinge im Bauch, Völlegefühl, Zufriedenheit, Hals- und Beinbruch, Menstruationsbeschwerden, Überschwang – all dies hat uns das Leben zu bieten. Ob das Gegenüber das von uns wissen will, lässt sich schlecht voraussagen. Solange wir es für uns behalten, werden wir es bestimmt nicht erfahren.

SPUREN Nr. 120 / Sommer 2016

Spuren Ausgabe 120 Sommer 2016

Eingespannt in ein Geld- und Wirtschaftssystem, bei dem mehr zwangsläufig immer auch gleich besser bedeutet, leben wir als Konsumenten und kommen nicht zur Besinnung. Fülle und Erfüllung liegen unter diesen Vorgaben stets irgendwo ausserhalb und sie verlocken uns zu weiterem Haschen und Streben. Doch es geht auch anders. Martin Frischknecht durchläuft ein Fülle-Training und legt überkommene Muster des Mangels in sich frei. Ruediger Dahlke berichtet von seinem ersten Geldproblem mit sechzig und beschreibt, was für Lehren er daraus gezogen hat. Doris Nachtigal lässt sich von Geld-Coach Peter Koenig eine Geldnote schenken.

SPUREN Nr. 119 / Frühling 2016

Der Bauch denkt mit, so könnte man die Erkenntnisse der letzten paar Jahre zum Nervenzentrum in unserer Mitte zusammenfassen. Wie das geht und was für Auswirkungen es auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit hat, darüber berichten wir in der Frühlingsausgabe 2016 von SPUREN. 

Michelle Graf führt hin zu einem aktiven «Dialog mit der Glücksstätte». Die Schweizer Psychotherapeutin beschäftigt sich seit langem mit Fragen der Ernährung und arbeitet der derzeit an einem Buch mit dem Titel «Slow Diet – Abnehmen mit Glücksgefühlen». Fünf SPUREN-Leserinnen und -Leser zeigen ihren Bauch und erzählen, was sie an ihm haben. Martin Frischknecht besinnt sich auf das Werk der Mitte und singt das «Lob der Verdauung». Der Religionsforscher Alan Levinovitz beleuchtet in einem Interview die religiöse Seite der Vorschriften und Moden in Sachen Essen. Sagita Lehner stellt einige Neuerscheinungen vor, darunter «Scheiss-Schlau» von David Perlmutter.

 

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