Buch des Monats

Herzensqualitäten
von Hanspeter Ruch

Der Winterthurer Psychotherapeut Hanspeter Ruch legt mit «Herzensqualitäten – vom Machen zum Sein» (Verlag Via Nova, Petersberg 2015) ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue Lebensausrichtung vor. In einer von Rast- und Ruhelosigkeit geprägten Welt entfernen sich immer mehr Menschen von ihrer Mitte und stressen von Erschöpfung zu Burnout bis hin in eine Depression. In diesem aufrüttelnden Praxisbuch zeigt der Autor anhand vieler Fallbeispiele, wie ein umfassender Wandel vonstatten gehen kann und wie das Aktivitäten-Karussell aufhört zu drehen und der Kopf wieder frei wird. Das Herz ist unsere Heimat, so das Credo von Ruch, dessen therapeutischer Ansatz weit über die Schulmedizin hinausreicht. In einfachen aber eindringlichen Worten macht dieses Buch Mut, dank einfachen und wirkungsvollen Übungen kann es zum hilfreichen Begleiter werden. (Rezension: Claude Jaermann) [mehr]


Es kommt der Tag, da bist du frei
von Viktor E. Frankl

Nun sind diese Texte veröffentlicht – Alexander Batthyàny sei Dank –, auch wenn's überaus schwere Kost ist, die aber hilft nachzuempfinden, wie es noch vielen anderen in jener Zeit ergangen sein musste. Wir lernen in «Es kommt der Tag, da bist du frei» (Kösel Verlag, München 2015) anhand von Briefen und Vorträgen den Wiener Psychiater und Begründer der Logotherapie Viktor Frankl direkt nach seiner Zeit im Konzentrationslager kennen: vierzigjährig, dünnhäutig, ausgemergelt, bedürftig, gezeichnet, in tiefer Trauer über die vielen Verluste naher Menschen, unter anderen seiner Mutter und seiner geliebten Ehefrau, die er nach der Befreiung wochenlang suchte, bis er die bittere Wahrheit erfuhr, dass beide im KZ umgekommen waren. Schreiben half Frankl sicherlich in seiner Verzweiflung, auch die «Sinnsuche trotz allem» oder vielmehr: «Nicht wir dürfen nach dem Sinn des Lebens fragen, das Leben ist es, das Fragen stellt, Fragen an uns richtet – wir sind die Befragten!» Als Autor und Vortragsred[mehr]


Ur-Medizin
von Wolf-Dieter Storl

Der Kulturanthropologe und Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl entführt Heilkunde-Interessierte in seinem neuen Werk «Ur-Medizin» (AT Verlag, Aarau 2015) zu einer detaillierten, weiten Schau voller spannender Zusammenhänge. Insbesondere ist es ihm ein Anliegen, den Lesenden die «TEM», die Traditionelle Europäische Medizin, also die Medizin der Eingeborenenvölker Mitteleuropas, näherzubringen. Die Menschen Europas lebten bis vor wenigen tausend Jahren in einem ausgedehnten Waldökotop. Welche Pflanzen besonders wichtig waren oder es in der Heilkunde noch immer sind, welche Einflüsse von aussen kamen, welche Gottheiten und Rituale eine Rolle spielten – das und noch sehr viel mehr erwartet Sie in diesem umfassenden und eloquent geschriebenen Werk. Meine Empfehlung: Lesen Sie bei Ihrem täglichen Kräutertee (welcher Tee zu Ihrer momentanen Verfassung passt, erfahren Sie bei der Lektüre) genüsslich in diesem faszinierenden Buch. (Rezension: Rebecca Kunz)[mehr]


Geistiges Heilen
von Matthias Weiss

Der Titel «Geistiges Heilen» (Verlag Neue Erde, Saarbrücken 2015) lässt luftige, leicht abgehobene Anleitungen erwarten, doch das Gegenteil ist der Fall. Matthias Weiss, der als Pfarrer begann und hier von dem berichtet, was er seit zehn Jahren mit Leidenschaft und Hingabe praktiziert, folgt der Energie und legt seine Hände dort auf, wo sie hinwollen. Mit einfachen Übungen und Meditationen ermutigt er die Leser, bei sich die eigene Heilkraft zu entdecken und freizulegen. Wo sind Ihre Hände, während Sie diese Zeilen lesen, und was geschieht, wenn Sie sie bewusst auf eine Körperstelle legen? Das Experiment beginnt. (Rezension: MF)[mehr]


Das verborgene Leben des Waldes
von David Haskell

Einen Quadratmeter Boden hat sich David G. Haskell mitten im Wald von Tennessee ausgesucht, und hier lässt er sich nieder, um ein Jahr lang Buch zu führen über das, was sich tut. Literarisch befindet sich der Biologieprofessor damit in bester Gesellschaft – Klassiker der amerikanischen Literatur wie Henry David Thoreau oder Annie Dillard kommen einem in den Sinn –, und den Vergleich mit den Grossen braucht dieser Autor nicht zu scheuen. Mit der Lupe entdeckt Haskell Besinnliches, Kämpfe und Dramen unmittelbar vor seinen Augen. Ereignet sich grad mal nichts Spektakuläres, so lässt der erfahrene Meditations-Praktiker seine Leser hinter die Kulissen des «Wald-Mandalas» blicken und enthüllt tieferliegende Geheimnisse des Lebendigen. «Das verborgene Leben des Waldes» (Antje Kunstmann Verlag, München 2015) ist eine kostbare Schatztruhe voller Inspiration. (Rezension: MF)[mehr]


Think Love
von Ulrich Clement

Ulrich Clement, der renommierte Paartherapeut und Leiter des Instituts für Sexualtherapie in Heidelberg, stellt in seinem neuen Buch Fragen. Nach jeder Frage oben auf der Seite bleibt viel leerer Raum, um seine Antworten direkt ins Buch hineinzuschreiben oder ? natürlich noch besser ? zum Austauschen mit dem Partner, der Partnerin. Wobei das Letztere ganz sicher eine Herausforderung ist, aber auch Klärung und mehr Vertrauen, Tiefgang und Intimität in die Beziehung bringen sowie Hemmungen abbauen kann. Fragen öffnen. Die gestellten Fragen entziehen sich Antworten von richtig oder falsch. Es gibt nur subjektive Wahrhaftigkeit, ehrliche Antworten ? bei denen man sich zwangsläufig auch zeigt, zeigt auch mit seinen eher verletzbaren Anteilen. Wer das nicht scheut, weil er sich bewusster werden will über sich auch als sexuelles Wesen, ist mit «Think Love» (Verlag Rogner und Bernhard, Berlin 2015) gut bedient. Tipp: Auch beim Thema Sex ist durchaus mal ein befreiendes Lachen erlaubt! (Rez[mehr]


Das geheime Leben der Bäume
von Peter Wohlleben

Den Germanen waren Bäume heilig, ihre Nachfahren von heute befallen mystische Ahnungen, wenn man ihnen raunt von «Das geheime Leben der Bäume» (Ludwig Verlag, München 2015). Peter Wohlleben hat sich vom rational profitorientierten Forstwirtschaftler gewandelt zum gefühligen Freund der grünen Riesen und führt regelmässig durch seinen Forst, den er auf alternative Weise bewirtschaftet. Der deutsche Förster versteht sich darauf, das Verhalten der Bäume zu beschreiben, als ob es Menschen wären. Wenn man hier erfährt, wie rücksichtsvoll Bäume sich gegenseitig unterstützen, wie klug sie sich den Bedingungen ihres Standorts anpassen und wie sie untereinander kommunizieren, rücken die Baumwesen einem tatsächlich immer näher. Ein ungemein informatives, anregendes Buch, gefertigt aus – na, Sie wissen schon. (Rezension: MF)[mehr]





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