Buch des Monats

Roadtrip mit Guru
von Timm Kruse

Journalisten haben auf dem Weg zur Erleuchtung einen entscheidenden Vorteil: So ist der viel besungene «Beobachter» bei ihnen ein fest installierter Modus – den sie allerdings auch schwer wieder loswerden. Die spitze Feder wie eine Waffe vor sich hertragend, halten sie das Leben auf Distanz. Können Sie sich vorstellen, was einen NDR-Fernsehredaktor dazu bringen könnte, sich schluchzend an den Lunghi eines indischen Heiligen zu klammern? In «Roadtrip mit Guru» (Eden Books, Hamburg 2014) erzählt Timm Kruse seine wahre Geschichte – wie er zu Hause alles aufgab, um mit einem namentlich nicht genannten, bei uns jedoch gut bekannten Erleuchteten um die Welt zu reisen. Und dabei begann alles so harmlos: «650 Euro plus Kost und Logis. Ich hätte gedacht, dass Erleuchtung teurer wäre, und buchte.» Rezension von Sagita Lehner[mehr]


Transcendent Sex
von Jenny Wade

Wenn die Hüllen fallen und Menschen intim werden, kann es geschehen, dass auch mental-geistige Schleier fallen und sich in der sexuellen Ekstase ein Fenster in eine andere Wirklichkeit auftut. Bei Praktikern von Kundalini-Yoga und tantrischer Liebeskunst würde das den Vorgaben entsprechen, doch wenn es Menschen unverhofft zustösst, die nicht im Geringsten darauf vorbereitet sind, ist das eine überraschende, zuweilen als peinlich empfundene Sache. Als «Transcendent Sex» (Aquamarin Verlag, Grafing 2014) bezeichnet das Jenny Wade, wobei sie ausgeht von einer eigenen Erfahrung und deren nachhaltigen Folgen. Die Autorin hat mit gut neunzig Gewährsleuten gesprochen, denen ähnliches geschah, und präsentiert ein faszinierendes Panoptikum an Falllgeschichten. Vielleicht ist das Phänomen ja weit verbreitet und wir stehen am Anfang einer Welle von Bekenntnissen zu Bett und Gott. Rezension von Martin Frischknecht[mehr]


«Auf dem Weg des Schweigens»
von Dieter Mittelsen Scheid

Vorab eine Warnung: Wenn Sie dieses Buch lesen, werden Sie Ihre Sommerferien in der Toskana verbringen – schweigend. Noch während man liest, möchte man sogleich in den Zug steigen und in einem Ort namens Poci eine Woche lang den Mund halten. Dieter Mittelsen Scheid macht das nicht das erste Mal – schon seit über dreissig Jahren leitet der Arzt und Psychotherapeut Schweige- und Bewusstseinsgruppen im eigenen Zentrum in Italien. Im Buch «Auf dem Weg des Schweigens» (Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2013) lässt er den Leser so nahe an seine eigenen Erfahrungen heran, dass die unmittelbar gelebte Stille auf einen überzugehen scheint. Ein Glück gibt es Menschen, die schweigen können – und etwas zu sagen haben. Rezension von Sagita Lehner[mehr]


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