Buch des Monats

Wie vor Was
von Karl-Ludwig Leiter

Karl-Ludwig Leiter ist ein erfahrener und – bei ihm darf man wohl sagen «gut abgehangener» – deutscher Meditationslehrer, der bereits Generationen von Schülern auf dem Sitzkissen begleitet hat. Mit seinem ersten Buch bringt er wesentliche Inhalte in grosser Frische auf den Punkt und formuliert dazu die griffige Formel «Wie vor Was» (Arkana Verlag, München 2014). Tatsächlich kommt es weniger darauf an, was wir tun, als wie wir es tun, Qualität geht vor Quantität, die innere Haltung zählt mehr als der äussere Schein. Diese Wahrheit vertritt der Autor in sämtlichen Lebensbereichen überzeugend, und er scheut nicht davor zurück, sie mit Beispielen aus dem eigenen Leben zu illustrieren. «Gut gebrüllt, Löwe!», möchte man dem in der Shambhala-Tradition des tibetischen Meisters Chögyam Trungpa Lehrenden zurufen und dem Leser zugleich die Mahnung mitgeben, sich an dieser geballten Ladung nicht zu überessen, sondern sie sich – wieder so ein Wie vor Was! – fein achtsam kapitelweise zuzuführen. (R[mehr]


Das Tao des Drachen
von Dirk Grosser

Der Drache, das im Westen von Rittern verfolgte Untier, steht in Asien für «das einfache Sein im Augenblick, für ein grenzenloses und unergründliches Leben». So berührt einen Dirk Grossers Geschichte vom Wanderer, der nach den Drachen sucht, mit ihrer schwerelosen Weisheit, und sie ermöglicht allen Altersgruppen einen intuitiven Zugang jenseits des Verstehens. Meditative Tier- und Landschaftsfotos laden ein, innezuhalten und runden die Erscheinung dieses ungewöhnlich reich bebilderten Taschenbuchs thematisch passend ab. «Das Tao des Drachen» (Schirner Verlag, Darmstadt 2014) ist ein Buch, das man immer wieder hervornehmen möchte, sei es um sich Rat zu holen, eine der Übungen zu machen oder gedanklich in weite Wälder einzutauchen. Nun, Sie werden erstaunt sein, dass zwischen zwei Buchdeckeln gleich mehrere Drachen auf Entfaltung warten. (Rezension von Sagita Lehner)[mehr]


Die alte Göttin und ihre Pflanzen
von Wolf-Dieter Storl

Am besten machen Sie es sich mit dem neuen Buch von Wolf-Dieter Storl zu Hause mit einer Kanne Tee an einem langen, dunklen Abend so richtig gemütlich – so schnell werden Sie Ihren Leseplatz nicht mehr verlassen! Von einer Generation der nächsten und übernächsten weitererzählt, geben uns Märchen eine erhellende Kunde (Mär) von altem Wissen und den tiefen Zusammenhängen seelischer Prozesse. Wolf-Dieter Storl, der bekannte Kulturanthropologe und Ethnobotaniker, nimmt den Leser und die Leserin auf überaus kluge, ja weise Art mit auf eine faszinierende Reise, zum Beispiel ins Reich der Holle (Holunder), der grossen Göttin. Er macht in seinen spannenden Ausführungen viele Querverbindungen zu den verschiedensten Gottheiten, Pflanzen, Heilwissen und Brauchtum. Wie unsere Ahnen lebten, was sie glaubten und wie sie mit dem Kosmos und dem Werden und Vergehen eins waren und was sie uns mit ihren Geschichten für Geschenke hinterlassen haben. Von der naturnahen damaligen Welt bekommen wir aus dem B[mehr]


Chakren
von Shai Tubali

«Wenn etwas unsichtbar ist, heißt das nicht, dass es unwichtig ist, ganz so, wie das Wissen um Atome eine notwendige Voraussetzung für das Verständnis von Materie ist.» Mit beinahe wissenschaftlicher Genauigkeit entblättert Shai Tubali in «Chakren» (Neue Erde Verlag, Saarbrücken 2013) die Wirkungsweise unserer sieben Energiekörper. Neben ausführlichen Tests zur Chakrenanalyse gibt Tubali Tipps, wie Unausgeglichenheiten behoben werden können. Dabei verrennt er sich nicht selten in überhöhte Ansprüche an den Bewusstseinszustand seines Publikums. Denn: Genauso wenig wie man sich nach der Lektüre eines Anatomieatlas selbst den Blinddarm entfernen kann, ist es für unsereins möglich, seine Vorschläge allein in die Tat umzusetzen. Rezension von Sagita Lehner [mehr]


Achtsamkeit erleben
von Maike Bauer

Was wird wohl morgen bei der Arbeit schief gehen? Warum hat mein Partner gestern so genervt gewirkt? – «innere Filme» nennt Maike Bauer solche Überlegungen. Oft identifizieren wir uns mit Gefühlen und Gedanken. Das erschwert es, den gegenwärtigen Moment unmittelbar wahrzunehmen. Bauers Buch bietet eine reiche Auswahl an Anregungen, meditativen Erzählungen und Übungen zur Schulung der Achtsamkeit, die sich leicht in den Alltag einbauen lassen. Wird die Aufmerksamkeit bei der Übung «Ins Herz lächeln» liebevoll auf den Herzraum gerichtet, kann dies zu tiefen Einsichten über sich selbst führen. Und nehmen wir es mit allen Sinnen wahr, bietet auch das ganz Alltägliche viele Erkenntnisse. So wandelt sich zum Beispiel der Weg zur Bushaltestelle im strömenden Regen von einem notwendigen Übel zu einer faszinierenden Erfahrung, wenn die Geräusche der Tropfen auf dem Asphalt und das Rauschen der Bäume bewusst gehört werden. Dieses Buch regt dazu an, auch scheinbar Bekanntem mit Neugierde zu be[mehr]


Archetypen
von Caroline Myss

Da hat sich’s mal wieder eine einfach gemacht, wollte ich gleich ausrufen, als ich den Titel «Archetypen» (Integral Verlag, München 2014) sah. Doch Caroline Myss hat mich überrascht: Anstatt ein paar Bestseller zum Thema abzukupfern, hat sie eine Archetypenlehre entworfen, die eine derart hohe Aktualität besitzt, dass man dieses Buch schon in zehn Jahren nicht mehr wird lesen können. In ihrem neusten Werk stellt Myss zehn Archetypen vor (unter anderen den Sportler, den Intellektuellen und den spirituellen Sucher), in denen sich der Leser rasch wiedererkennt. Hat man sich erst mal «selbst gefunden», warten Tipps und Checklisten darauf, aus jedem Typ das volle Potenzial herauszukitzeln. (Rezension von Sagita Lehner)[mehr]


Bin auf Selbstsuche – komme gleich wieder
von Maria Bachmann

Eine Schauspielerin, die zwanzig Jahre auf Sets von Fernsehserien verbracht hat, könnte sich schon irgendwann zu fragen beginnen, wer sie wirklich ist. Und dabei wäre «Maria Bachmann» erst der Anfang einer hart erkämpften Antwort. «Bin auf Selbstsuche – komme gleich wieder» (Ludwig Verlag, München 2013) ist eigentlich ein Meditationsbuch, denn man sollte schon komplett abschalten können, um neben der Stimme der Autorin auch noch die eigene Stimme im Kopf zu ertragen. Als Bridget Jones der Spirituellen tapst Maria Bachmann mit einer seltenen Mischung aus Naivität und scharfer Beobachtungsgabe von einer Verheissung zur nächsten. Doch dann, bei Samarpan Golden, wird ihr Kopf plötzlich «so leer wie ein Parkhaus an Heiligabend». (Rezension von Sagita Lehner)[mehr]





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