Buch des Monats

Sing Feng
von Hans Peter Scheier

Eine kurze, poetische Geschichte, übermittelt von einem Grossvater an seinen Enkel, beides erwachsene Männer, und der jüngere hat vom älteren eine Gabe bekommen, welche dieses Buch überhaupt erst möglich macht: mit wachen Sinnen durch die Welt gehen, schauen, hören, staunen, Mal für Mal wieder neu. So begnet der Grossvater beim Fotografieren im Wald «Sing Feng» (Syngeneia Verlag, Schaffhausen 2014). Der geheimnisvolle Winzling war in früherer Existenz ein gefürchteter chinesischer Krieger. Nun hat er eine Mission. Hans Peter Scheier erzählt die Geschichte in kurzen Kapiteln und mit prächtigen Fotos aus dem Naturreich des Winzlings – zauberhaft. (Rezension: MF)[mehr]


Sein
von Adyashanti

«Das wahre Verlangen nach Erleuchtung ist eine stumme Bitte um das, was uns wirklich aufweckt, sei es wunderbar oder schrecklich», sagt der kalifornische Weisheitslehrer Adyashanti. Denn unversehens sind wir von einer Welt, in der Erwachte für ihre Erkenntnis gekreuzigt wurden, in einen Dschungel von «Erleuchtungsreklamen» und mittelalterlich anmutenden Heilsversprechen geraten. Aber was, wenn das Erwachen gar nicht die erhoffte Escape-Taste aus unserem komplizierten Leben ist? Oder im schlimmsten Fall sogar der Anfang harter Arbeit? In «Sein» (O. W. Barth Verlag, München 2014) räumt Adyashanti in feiner Zen-Manier, jedoch jenseits von Religion oder Tradition, mit den Mythen auf und erzählt amüsante Anekdoten von seinem eigenen, nicht immer ganz einfachen Stolperpfad. (Rezension: Sagita Lehner)[mehr]


Das geheime Wissen der Zellen
von Sondra Barrett

Mit «Das geheime Wissen der Zellen» (Goldmann Verlag, München 2014) ist Sondra Barrett ein ganz besonderer Reiseführer gelungen – einer für «Zellreisende». Dass sie ihre Arbeit als Mikrobiologin einmal über alle bereits überschrittenen Grenzen hinausführen würde, konnte Barrett nicht ahnen. «Die Erforschung von Zellen unter dem Mikroskop wurde mehr als eine rein intellektuelle Erfahrung für mich – was ich sah, verzauberte mich.» Die Art, wie Sondra Barrett Spiritualität und Wissenschaft verbindet, lässt uns erkennen, dass es eine solche Trennung gar nie gegeben hat. So durchströmt einen beim Lesen das angenehme Gefühl, nicht nur Teil eines grossen Ganzen, sondern auch das grosse Ganze von etwas viel Kleinerem zu sein. (Rezension: Sagita Lehner)[mehr]


Soulsex
von Eva-Maria Zurhorst

Wer kennt sie nicht, die Bücher von Eva-Maria Zurhorst «Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest» und die vielen, die darauf folgten? Nun ist von ihr «Soulsex – die körperliche Liebe neu entdecken» erschienen. Ganz in vertrauter Manier wird das Thema der neuen achtsamen Liebe angegangen. Barry Long hat das bereits vor Jahren erklärt in seinem Werk Sexuelle Liebe auf göttliche Weise, und er wird hier ausführlich zitiert. Eva-Maria Zurhorst versteht es jedoch wie keine andere, auf eine verständliche, authentische und sehr persönliche Art und Weise den Leser und die Leserin an etwas heranzuführen, das gar nicht so einfach in Worte zu packen ist. Dieses Buch hat mich gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen gebracht, es hat meine tiefe Sehnsucht danach, in meiner Urweiblichkeit erkannt zu werden, bestätigt und mir gezeigt, wie vielfältig und subtil die Verletzungen im sexuellen Bereich bei Mann und Frau sind. Ich wünsche jedem langjährigen Paar, bei dem nichts mehr oder wenig im [mehr]


White Light
von Shai Tubali

«Die Kraft des Ausdehnungsprozesses im White Light liegt darin, die Person immer und immer wieder auf sehr systematische Weise in den nicht kausalen Zustand der Stille zu führen, die jenseits des Denkens liegt.» Mit den vorgeschlagenen, gut beschriebenen Übungen zur Ausdehnung des Bewusstseins gelinge das sehr viel schneller und dauerhafter als mit sonst einer Methode, verspricht der international tätige, in Deutschland wohnhafte spirituelle Lehrer Shai Tubali. Er ist der Ansicht, die Aufgabe einer authentischen Spiritualität bestehe nicht darin, Leiden zu mildern. Sie soll uns helfen zu reifen, damit wir uns verantwortungsvoll weiterentwickeln und schliesslich Ebenen erreichen, auf denen Leiden ein Ding der Unmöglichkeit ist. Verengung, sagt er, ist Leiden, Glück hingegen ist der bewusste Prozess der Ausdehnung des Bewusstseins in die fünf Ebenen, die dabei aufwachen. Er schlägt vor, die White-Light-Technik als tägliche Meditationsübung zu nutzen. Bei dieser Methode geht es nicht dar[mehr]


Buddha@Work
von Sandy Taikyu Kuhn Shimu

«Buddha@Work» – der modisch flotte Titel und die fröhlich farbige Gestaltung dieses Buches soll nicht in die Irre führen: Sandy Taikyu Kuhn weiss genau, wovon sie spricht, und sie tut es mit hoher Kompetenz. Die Zürcher Co-Leiterin einer Schule für Kampfkunst mit nunmehr sechs Ablegern, diese Zen-Meisterin und Yogalehrerin steht mitten im Berufsleben. Sie schafft es, die altehrwürdige asiatische Weisheitslehre in übungstaugliche Portionen zu verpacken und sie in zeitgemässer Sprache zu präsentieren. Neben inspirierenden Texten zu Themen wie Work-Life-Balance, Geld und Erfolg umfasst ihr neues Werk einen Wochenplan zu einem gründlegenden Umbau der eigenen Berufstätigkeit. «Erfolg ist», so lautet eine von vielen Definitionen, «wenn Sie mit einem Lächeln und einem guten Gefühl den Tag beginnen und abends zufrieden und glücklich ins Bett fallen». (Rezension: MF)[mehr]


Jeder Mensch ist ein Mystiker
von Abraham H. Maslow

Wie eine Flaschenpost aus einer anderen Zeit kommt dieses Buch zu uns. Im englischen Original sind die darin versammelten Texte vor rund fünfzig Jahren erstmals erschienen, bei uns auf Deutsch sind sie gerade eben angekommen: «Jeder Mensch ist ein Mystiker» (Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2014) von Abraham H. Maslow. Was heute wie eine allgemeingültige Aussage daherkommt, war damals eine verwegene Behauptung von weitreichender Bedeutung. Der Verfasser ist dafür bekannt, in die Psychologie des zwanzigsten Jahrhunderts die sogenannte Maslow'sche Bedürfnispyramide eingeführt zu haben: Ganz unten und grundlegend strebt der Mensch nach der Befriedigung seiner materiellen Bedürfnisse, darüber folgen die Bedürfnisse nach Sicherheit, nach sozialer Einbindung, weiter oben das Streben nach Individuelität und schliesslich das nach Selbstverwirklichung. Was weit weniger Beachtung fand: In seinen späten Jahren hat Abraham H. Maslow seiner Pyramide gewissermassen die Krone aufgesetzt, indem er po[mehr]





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