Buch des Monats

Der Biophilia-Effekt
von Clemens G. Arvay

Es ist eine Eigenart unserer Zeit, dass es einen wissenschaftlichen Zugang braucht, um eine Sache, die uns eigentlich allen vertraut ist, hieb- und stichfest zu beweisen: Sich draussen in der Natur aufzuhalten, tut rundum gut. Eine natürliche Umgebung nährt unsere Seele, erquickt den Geist und stärkt den Körper. Muss das bewiesen werden? Nein, aber es kann. Und der Beweis hat Folgen. Stellen Sie sich vor, Sie leiden an einer Depression und werden von Ihrer Krankenkasse dafür bezahlt, dass Sie regelmässig im Wald spazieren gehen, statt zu Hause zu sitzen und Tabletten zu schlucken. Oder Sie haben dringenden Grund zur Krebsprophylaxe und legen sich dazu einen Garten an, statt sich in technisch hochgerüsteter Umgebung diagnostischen Tests zu unterziehen. Clemens G. Arvay hat es unternommen, zahlreiche Studien zu diesem Zusammenhang zu sammeln und sie zu einer klaren Aussage zu bündeln. Der junge österreichische Biologe spricht in seinem gleichnamigen Buch vom «Biophilia-Effekt» (Verlag ed[mehr]


Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit
von Anna K. Zschocke

«Bakterien sind schlecht und gehören ausgerottet», so dachte man früher und gab mit Antibiotika und übertriebener Hygiene nicht nur Krankheitserregern, sondern auch gleich der eigenen Gesundheit den Gong. Seither hat sich zum Glück vieles verändert – nur angekommen ist es noch nicht überall. So ist es weitgehend unbekannt, dass Alzheimer, ADHS, Autismus und viele weitere Erkrankungen auf eine ins Ungleichgewicht geratene Darmflora zurückzuführen sind. Dr. Anna Katharina Zschocke erklärt in «Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit» (Knaur Verlag, München 2014) anschaulich, was uns krank macht und wie jeder mit einfachsten Mitteln sein Mikroben-Team beim Wiederaufbau unterstützen kann. Dieses Buch dürfen Sie übrigens sorglos herunterschlingen, und Sie tun dabei sogar Ihrer Verdauung noch etwas Gutes. (Rezension: Sagita Lehner)[mehr]


In den Fußspuren des Buddha
von Annelie Tacke

Was den Friedenspilgern als Erstes auffällt, ist, dass da erst mal kein Friede ist. Denn beim Gehen ist es nicht der riesige Rucksack, der am meisten schmerzt, sondern der Unrat im Kopf, den jeder von zu Hause mitgebracht hat. Vom Bayrischen Wald nach Indien, Tibet und Burma pilgern, das ist die Vision von Friedenspilger Thomas, den Autorin Annelie Tacke auf einem Teilstück durch Südosteuropa begleitet. Wie es ist, im armen Rumänien abends nach Essen und einer kostenfreien Übernachtung zu fragen, das kann die Autorin vorerst nur ahnen. «In den Fussspuren des Buddha» (tao.de Verlag, Bielefeld 2014) ist der zutiefst ehrliche Bericht einer weiten Reise, die jedem, der an ihr teilnimmt, a l l e s abverlangt. (Rezension: Sagita Lehner)[mehr]


Anthroposophische Spiritualität
von Jens Heisterkamp

Worum geht es den Schülern Rudolf Steiners, was treibt Anthroposophen um? Eine Frage, auf die ich seit längerem in der einschlägigen Literatur eine Antwort suche, ohne je wirklich fündig geworden zu sein – bis mir nun «Anthroposophische Spiritualität» (Mayer/info3 Verlag, Frankfurt/M 2014) von Jens Heisterkamp in die Hände gefallen ist Darin erfahren wir nach imposanten Ausflügen durch die deutsche Geistesgeschichte, dass es auf diesem Erkenntnisweg darum geht, durch Denken das Denken zu überwinden und die Befangenheit des Verstandes-Denkens «von innen heraus zu durchbrechen.» Das ist doch recht erstaunlich und steht meines Wissens in der spirituellen Landschaft einzigartig da. Wie diese Schulung hin zur «Selbstfindung im All-Einen» abläuft, bleibt etwas bruchstückhaft; das aber hat weniger mit dem vorliegenden kurzen Werk zu tun als mit den Ausführungen des Meisters selber – denen Jens Heisterkamp jedoch eine wegweisende Orientierung abgewinnt. (Rezension: MF) [mehr]


Das dreckige Leben
von Kristin Kimbali

Sie war eine junge, vegetarisch lebende New Yorker Journalistin, die nur ein Interview mit einem Farmer machen wollte. Sie hatte niemals vor, ein Schwein zu schlachten oder gar mit Ahornsirup beträufelte Würstchen zu essen. Doch Mark, der nach warmer Haut, Diesel und Erde riecht, bringt in Kristin Kimbali mehr ins Wanken als bloss ihre Essgewohnheiten: «Ich wünsche jeder Frau, dass sie irgendwann in ihrem Leben mal einen Liebhaber hat, der nie geraucht und nie übermässig viel getrunken hat und der nicht davon abgestumpft ist, zu viele Frauen geküsst und zu viele Pornos gesehen zu haben.» «Das dreckige Leben» (Narayana Verlag, Kandern 2014) ist ein herrliches Buch über das bedingungslose Leben der Liebe, über frische Hirschleber und über Gemüse, an dem noch Erde klebt.[mehr]


Sinnes-momente, Sinn-momente
von Peter Wild

Ausgehend von eigenen Erlebnissen und mit Bezügen zu Versen geistiger Verwandter, insbesondere von Werner Lutz, bringt der Schweizer Meditationslehrer Peter Wild seinen Lesern die Lust an der Langsamkeit und verfeinerten Wahrnehmung näher. Das gelingt ihm ausgezeichnet. Tatsächlich wie die Harrasse frisch gepflückter roter Äpfel auf dem Cover von «Sinnes-momente, Sinn-momente» (Patmos Verlag, Ostfildern 2014) bringt er einen auf den Geschmack! Dieses Buch macht klar, dass spirituelle Erfahrungen auch auf sinnlichen Erlebnissen basieren. «Immer wenn wir uns vertrauensvoll auf unsere Sinne einlassen, ist es wie ein Licht, das uns trifft, anregend in der Berührung, im Sehen, in der Aufnahme der Geräusche, Klänge und Worte, belebend in den Gerüchen und im Geschmack.» Der Autor bringt konkrete Vorschläge, wie wir unsere Sinne im Alltag schulen können – somit kann dieses empfehlenswerte Buch durchaus als «sinnesbasiertes Achtsamkeitstraining» gelten. (Rezension: Rebecca Kunz)[mehr]


Sing Feng
von Hans Peter Scheier

Eine kurze, poetische Geschichte, übermittelt von einem Grossvater an seinen Enkel, beides erwachsene Männer, und der jüngere hat vom älteren eine Gabe bekommen, welche dieses Buch überhaupt erst möglich macht: mit wachen Sinnen durch die Welt gehen, schauen, hören, staunen, Mal für Mal wieder neu. So begnet der Grossvater beim Fotografieren im Wald «Sing Feng» (Syngeneia Verlag, Schaffhausen 2014). Der geheimnisvolle Winzling war in früherer Existenz ein gefürchteter chinesischer Krieger. Nun hat er eine Mission. Hans Peter Scheier erzählt die Geschichte in kurzen Kapiteln und mit prächtigen Fotos aus dem Naturreich des Winzlings – zauberhaft. (Rezension: MF)[mehr]





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