Buch des Monats

Das geheime Leben der Bäume
von Peter Wohlleben

Den Germanen waren Bäume heilig, ihre Nachfahren von heute befallen mystische Ahnungen, wenn man ihnen raunt von «Das geheime Leben der Bäume» (Ludwig Verlag, München 2015). Peter Wohlleben hat sich vom rational profitorientierten Forstwirtschaftler gewandelt zum gefühligen Freund der grünen Riesen und führt regelmässig durch seinen Forst, den er auf alternative Weise bewirtschaftet. Der deutsche Förster versteht sich darauf, das Verhalten der Bäume zu beschreiben, als ob es Menschen wären. Wenn man hier erfährt, wie rücksichtsvoll Bäume sich gegenseitig unterstützen, wie klug sie sich den Bedingungen ihres Standorts anpassen und wie sie untereinander kommunizieren, rücken die Baumwesen einem tatsächlich immer näher. Ein ungemein informatives, anregendes Buch, gefertigt aus – na, Sie wissen schon. (Rezension: MF)[mehr]


Der Elefant, der das Glück vergass
von Ajahn Brahm

Wer «Der Elefant, der das Glück vergass» (Lotos Verlag, München 2015) liest, sollte Zeit haben. Nicht dass man diese vielen kleinen Geschichten nicht auch einzeln lesen könnte, aber nach der ersten kann man nur noch unter grosser Willensanstrengung mit Lesen aufhören. Nach seinem Bestseller «Die Kuh, die weinte» lässt es Abt Ajahn Brahm auch diesmal aus einer schier unversieglichen Quelle buddhistische Weisheiten sprudeln. So gehören zu seinem Repertoire nicht nur traditionelle Gleichnisse, sondern auch selbst Erlebtes, Erdachtes und Gehörtes. Wegen der grossen Nachfrage wird es zweifelsohne bald ein drittes Buch geben, mein Titelvorschlag: «Der Hund, der sich im Wasser sah». (Rezension: Sagita Lehner)[mehr]


Diagnose: unheilbar, Therapie: selbstbestimmt
von Sven Böttcher

Das Wichtigste gleich vorweg: Ein Mann leidet an einer unheilbaren Krankheit, er hat Humor, und er kann gut schreiben. Das ist ein Glücksfall. Für den Leser. Aber auch für seine Kinder. Um denen nicht als dahinsiechender Kranker in Erinnerung zu bleiben, entschliesst sich der Leidende, seinen drei Töchtern eine Zusammenfassung seiner Lebenserkenntnisse zu hinterlassen. «Quintessenzen» (Ludwig Verlag), die Buchausgabe seiner zunächst auf einer Website veröffentlichten «Überlebenskunst für Anfänger», erreicht eine breite Leserschaft und verschafft ihm weitum Anerkennung. Das Allerwichtigste dazwischen: Sven Böttcher lebt, und zwar gut. Die niederschmetternde Diagnose MS liegt bald zehn Jahre hinter ihm. Er hat sich trotz erheblicher Symptome und entsprechend schlechten Aussichten nicht an den Rat der Mediziner gehalten. Das heisst, er hat kaum je Pillen geschluckt, hat keine «Stosstherapie» mit Kortison gemacht und liess keine medikamentöse «Basistherapie» über sich ergehen. Er stand Ve[mehr]


Holy Shit
von Edith Gloor

Es dauert Tage, bis die richtige Diagnose vorliegt, doch dann ist es klar: Edith Gloor hat sich unter schwer nachvollziehbaren Umständen eine Querschnittlähmung zugezogen. Auf die Besonderheiten dieses Un-Falls spielt sie an mit dem Titel ihres autobiografischen Berichts: «Holy Shit» (Scorpio Verlag, München 2015). Obwohl die Chancen einer Heilung bei maximal fünf Prozent veranschlagt werden, herrscht im Spital eine Atmosphäre der Zuversicht, und der Chirurg, der sie am Rücken operiert, sagt vor dem Eingriff zu ihr: «Alles ist möglich. Gehen wir es an!» «Diese schlichten Sätze ordnen mein Inneres. Ich übergebe mich dem nun betriebsamen Geschehen rund um die OP-Vorbereitungen», schreibt die Schweizer Schriftstellerin. Dass sie neun Monate später tatsächlich wieder gehen wird, dass sie sich vom unbeweglichen Liegen im Spitalbett mit tatkräftiger Unterstützung von zahlreichen Therapeuten nach und nach aufrappelt und schliesslich Rollstuhl und Krücken hinter sich lässt – das ist nichts Ge[mehr]


Es ist nicht egal, wie wir geboren werden
von Michel Odent

«Es ist nicht egal, wie wir geboren werden» (Mabuse Verlag, Frankfurt a. M. 2015) von Michel Odent ist ein Klassiker, ein kleines Buch mit Sprengkraft. Der ehemalige Pionier für Kaiserschnitte hat in seiner langen Berufserfahrung alle Feinheiten und Kombinationen von Empfehlungen und Eingriffen in Schwangerschaft und Geburt untersucht und differenziert. Natürlich gebären kann das grösste Glück auf Erden sein; ein Kaiserschnitt, richtig erwogen, Leben retten. Die Lektüre dieses Buches kann zu massiven Oxytocinausschüttungen führen. Ungestört lesen und möglichst ungestört unter Vermeidung von schlechten Nachrichten zum eigenen Körpergeschehen schwanger sein und gebären, das ist die Quintessenz dieses kleinen Lexikons der medizinischen Missverständnisse. (Rezension: Nele Pintelon)[mehr]


Der Biophilia-Effekt
von Clemens G. Arvay

Es ist eine Eigenart unserer Zeit, dass es einen wissenschaftlichen Zugang braucht, um eine Sache, die uns eigentlich allen vertraut ist, hieb- und stichfest zu beweisen: Sich draussen in der Natur aufzuhalten, tut rundum gut. Eine natürliche Umgebung nährt unsere Seele, erquickt den Geist und stärkt den Körper. Muss das bewiesen werden? Nein, aber es kann. Und der Beweis hat Folgen. Stellen Sie sich vor, Sie leiden an einer Depression und werden von Ihrer Krankenkasse dafür bezahlt, dass Sie regelmässig im Wald spazieren gehen, statt zu Hause zu sitzen und Tabletten zu schlucken. Oder Sie haben dringenden Grund zur Krebsprophylaxe und legen sich dazu einen Garten an, statt sich in technisch hochgerüsteter Umgebung diagnostischen Tests zu unterziehen. Clemens G. Arvay hat es unternommen, zahlreiche Studien zu diesem Zusammenhang zu sammeln und sie zu einer klaren Aussage zu bündeln. Der junge österreichische Biologe spricht in seinem gleichnamigen Buch vom «Biophilia-Effekt» (Verlag ed[mehr]


Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit
von Anna K. Zschocke

«Bakterien sind schlecht und gehören ausgerottet», so dachte man früher und gab mit Antibiotika und übertriebener Hygiene nicht nur Krankheitserregern, sondern auch gleich der eigenen Gesundheit den Gong. Seither hat sich zum Glück vieles verändert – nur angekommen ist es noch nicht überall. So ist es weitgehend unbekannt, dass Alzheimer, ADHS, Autismus und viele weitere Erkrankungen auf eine ins Ungleichgewicht geratene Darmflora zurückzuführen sind. Dr. Anna Katharina Zschocke erklärt in «Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit» (Knaur Verlag, München 2014) anschaulich, was uns krank macht und wie jeder mit einfachsten Mitteln sein Mikroben-Team beim Wiederaufbau unterstützen kann. Dieses Buch dürfen Sie übrigens sorglos herunterschlingen, und Sie tun dabei sogar Ihrer Verdauung noch etwas Gutes. (Rezension: Sagita Lehner)[mehr]





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