Buch des Monats

Resilienz: Der Wir-Faktor
von Gregor Hasler

Wenn der Chefarzt einer Uniklinik für Psychiatrie derart neuzeitliches Wissen vertritt und wie es scheint auch umsetzt, so gibt das Anlass zu Hoffnung. Hoffnung, dass in Zukunft weniger pathologisiert und stattdessen umso menschengerechter therapiert wird. Gregor Hasler zeigt in «Resilienz: Der Wir-Faktor» (Schattauer Verlag, Stuttgart 2017) wie Beziehungen und insbesondere deren Qualität die Resilienz, das heisst die psychische Widerstandskraft, markant steigern. Und dadurch natürlich auch die körperliche Gesundheit. Mit vielen Studien untermauert, weist der Autor dieses sehr empfehlenswerten Buches die Effizienz des Wir-Faktors nach. Und das in einem unterhaltsamen, populärwissenschaftlichen Stil, der durchaus auch mal persönlich wird. Auf diesen gut 220 spannenden Seiten kommen wir zu einer Erkenntnis nach der andern. Wissenschaft, Psychiatrie und Spiritualität rücken hier zusammen. Das macht mich glücklich. (Rezension: Rébecca Kunz)[mehr]


Wenn die Worte fehlen
von Angelika U. Reutter

Tastend schreibt Angelika U. Reutter, tastend lese ich «Wenn die Worte fehlen – Von der Kraft der Seelensprache» (Scorpio Verlag, München 2017), und werde ermutigt, entschleunigt, dazu ermuntert, weniger zu quasseln, aber gezielter und nicht nur mit Worten bewusst zu kommunizieren. In den letzten Lebensstunden, oder aufgrund von Krankheit, Unfall oder Krise oder politischer Unterdrückung verlieren Menschen die Sprache, aber noch lange nicht die Fähigkeit sich auszutauschen. Wir sind aufgerufen den eigenen Gedanken und den des Gegenübers zu spüren und Kontakt auf dem Gefühlsweg zu halten. Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, wird reich beschenkt mit dem Gefühl einer allumfassenden Verbindung und damit auch einer Verbindung zu sich selbst. So kann gemeinsames Erleben und gemeinsames seelisches Empfinden die Worte ganz prima ersetzen oder wandeln. Liebevoll sein und den richtigen Ton miteinander zum Schwingen bringen, darum geht es in diesem ausgesprochen gefühlvollen Buch. (Rez.: Nele[mehr]


Die Bäume und das Unsichtbare
von Ernst Zürcher

Gleich vorab: Von diesem Buch bin ich begeistert! Sehr sogar. Hier fächert ein Naturwissenschaftler mit universalem Blick und ungewöhnlicher Offenheit vor dem Lesenden den Kosmos Baum auf. Ernst Zürcher stellt in «Die Bäume und das Unsichtbare (AT Verlag, Aarau 2016) vielfältige Bezüge her; feinsinnig thematisiert und erforscht er auch das auf den ersten Blick nicht Sichtbare. Immer wieder wird uns das Wunder des Lebens beispielhaft vor Augen geführt. Gerade auch durch den wohltuend nüchternen, beschreibend-wissenschaftlichen Schreibstil des Autors beginnt ein Verstehen der tieferen Art; ein Erkennen der Verwandtschaft von allem. Ein Staunen über die Grossartigkeit der ökologischen Zusammenhänge oder über die Einwirkung der Mondphasen auf Bäume wechseln sich beim Lesen ab mit einem Ergriffensein über etliche Details, zum Beispiel darüber, dass auch Knospen einen – beinahe unmerklichen – Puls haben. Da geht einem doch das Herz auf! Man könnte glauben, der Professor für Holzwissensch[mehr]


Der innere Kompass
von Lorenz Marti

Wer Lorenz Martis neues Buch «Der innere Kompass» (Herder Verlag, Freiburg 2017) liest, erspart sich die Lektüre etlicher Wälzer über neuere naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse. Allerdings beschränkt sich der Autor nicht auf seine Kunst, komplexe Inhalte verständlich zu vereinfachen, sondern er fügt den Fakten seine nachdenklichen Fragen hinzu, die anregen, sich nun eigene Gedanken zu machen. In kurzen Sätzen und ebenso kurzen Kapiteln eröffnen sich unendliche Universen – innen wie aussen. Am faszinierendsten aber empfand ich inmitten der vielen Erkenntnisse die enormen Wissenslücken, die es noch gibt. Sie sind das Salz in der nahrhaften Suppe aus den vielen Zutaten in diesem Buch. (Rez.: Christine Steiger)[mehr]


Die Seelenwelt der Pflanzen
von Eva Rosenfelder

In diesem inhaltlich abwechslungsreichen und optisch verspielt gestalteten Buch geht es zwar um «Die Seelenwelt der Pflanzen» (Kailash Verlag, München 2017), aber immer auch um unsere eigene Seelenwelt und unsere Interaktionen mit den grünen Mitwesen. Ohne die wir notabene nicht existieren könnten. Auf der materiellen Ebene stellen uns die Pflanzen Sauerstoff, Nahrung und unzählige heilende Wirkstoffe zur Verfügung; auf der geistig-seelischen Ebene sind die Einflüsse und Wirkungen subtiler. Diesen geht Eva Rosenfelder (nomen est omen!) in vielfältiger Weise nach: in Biografischem, in poetischen Betrachtungen zu den einzelnen Bereichen, in zauberhaften Gedichten, in Rezepten und Inspirationen. Frank Brunke hat atmosphärische Fotografien beigesteuert. Dem erfrischenden Buch wird mit dem Jahresverlauf von Erd- und Ahnenreich, Auferstehung, Erwachen, Knospen, Blühen, Liebe, Ernte und Loslassen ein stimmiger Rahmen gegeben. In diesem Kontext kommen, ausser der Autorin, neun Männer und Fraue[mehr]


Wäre Luther nicht gewesen
von Michael Lösch

«Wäre Luther nicht gewesen» (dtv, München 2017) – als einstiger Sonntagsschüler und Konfirmand bin ich um eine Fortschreibung dieses Satzes nicht verlegen: der Ablasshandel, dieser Schacher um Sünde und Vergebung, wäre schamlos weitergegangen, die Bibel könnten wir nicht lesen, finsteres Mittelalter. Alles falsch, sagt Michael Lösch und bürstet die Geschichte der Reformation gegen den Strich. Die katholische Kirche hätte sich damals unter dem Einfluss von Renaissance, Humanismus und Machtpolitik ohnehin selber aufgelöst; in der Konfrontation mit dem rückwärtsgewandten, engstirnigen Luther aber habe sie sich zusammengerauft und neuen Schwung erhalten. Die Folgen waren Intoleranz, Inquisition, endlose Kriege, Rückschritte bis auf den heutigen Tag. Nicht alles überzeugt an diesem Thesenbuch eines deutschen Pfarrersohns – höchst anregend ist die Lektüre aber allemal. (Rez.: MF) [mehr]


Sei gut zu dir!
von Christa Spannbauer

Selbstmitgefühl - ein neues Stichwort, wenn nicht gar ein Gebot, macht die Runde: Wir sollen unsere Empathie nicht bloss Mitmenschen zugute kommen lassen, sondern auch uns selbst, auf dass die Güte anderen gegenüber auf soliden Beinen steht. Wie das geht, zeigt auf inspirierende Weise Christa Spannbauer in dem kleinen hübschen Ratgeber «Sei gut zu dir!» (Herder Verlag, Freiburg 2016). Dieses Buch ist ein Schatzkästlein voller kostbarer Anregungen, kurze Besinnungstexte gehen über zu praktischen Anleitungen und Fragen an sich selbst. Müssiggang, Kuscheln und Knuddeln kommen darin vor, aber auch Verletzungen und Trauer. Wer sich von dem Werk anregen lässt zu eigenen Erfahrungen, kann entdecken: Selbstliebe ist kein Gebot der Stunde, es ist die natürliche Grundlage unseres Seins. (Rez: MF)[mehr]


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