Buch des Monats

Die Seelenwelt der Pflanzen
von Eva Rosenfelder

In diesem inhaltlich abwechslungsreichen und optisch verspielt gestalteten Buch geht es zwar um «Die Seelenwelt der Pflanzen» (Kailash Verlag, München 2017), aber immer auch um unsere eigene Seelenwelt und unsere Interaktionen mit den grünen Mitwesen. Ohne die wir notabene nicht existieren könnten. Auf der materiellen Ebene stellen uns die Pflanzen Sauerstoff, Nahrung und unzählige heilende Wirkstoffe zur Verfügung; auf der geistig-seelischen Ebene sind die Einflüsse und Wirkungen subtiler. Diesen geht Eva Rosenfelder (nomen est omen!) in vielfältiger Weise nach: in Biografischem, in poetischen Betrachtungen zu den einzelnen Bereichen, in zauberhaften Gedichten, in Rezepten und Inspirationen. Frank Brunke hat atmosphärische Fotografien beigesteuert. Dem erfrischenden Buch wird mit dem Jahresverlauf von Erd- und Ahnenreich, Auferstehung, Erwachen, Knospen, Blühen, Liebe, Ernte und Loslassen ein stimmiger Rahmen gegeben. In diesem Kontext kommen, ausser der Autorin, neun Männer und Fraue[mehr]


Wäre Luther nicht gewesen
von Michael Lösch

«Wäre Luther nicht gewesen» (dtv, München 2017) – als einstiger Sonntagsschüler und Konfirmand bin ich um eine Fortschreibung dieses Satzes nicht verlegen: der Ablasshandel, dieser Schacher um Sünde und Vergebung, wäre schamlos weitergegangen, die Bibel könnten wir nicht lesen, finsteres Mittelalter. Alles falsch, sagt Michael Lösch und bürstet die Geschichte der Reformation gegen den Strich. Die katholische Kirche hätte sich damals unter dem Einfluss von Renaissance, Humanismus und Machtpolitik ohnehin selber aufgelöst; in der Konfrontation mit dem rückwärtsgewandten, engstirnigen Luther aber habe sie sich zusammengerauft und neuen Schwung erhalten. Die Folgen waren Intoleranz, Inquisition, endlose Kriege, Rückschritte bis auf den heutigen Tag. Nicht alles überzeugt an diesem Thesenbuch eines deutschen Pfarrersohns – höchst anregend ist die Lektüre aber allemal. (Rez.: MF) [mehr]


Sei gut zu dir!
von Christa Spannbauer

Selbstmitgefühl - ein neues Stichwort, wenn nicht gar ein Gebot, macht die Runde: Wir sollen unsere Empathie nicht bloss Mitmenschen zugute kommen lassen, sondern auch uns selbst, auf dass die Güte anderen gegenüber auf soliden Beinen steht. Wie das geht, zeigt auf inspirierende Weise Christa Spannbauer in dem kleinen hübschen Ratgeber «Sei gut zu dir!» (Herder Verlag, Freiburg 2016). Dieses Buch ist ein Schatzkästlein voller kostbarer Anregungen, kurze Besinnungstexte gehen über zu praktischen Anleitungen und Fragen an sich selbst. Müssiggang, Kuscheln und Knuddeln kommen darin vor, aber auch Verletzungen und Trauer. Wer sich von dem Werk anregen lässt zu eigenen Erfahrungen, kann entdecken: Selbstliebe ist kein Gebot der Stunde, es ist die natürliche Grundlage unseres Seins. (Rez: MF)[mehr]


Geistheilung
von Urs Gisler

Wo andere gerne ein Geheimnis daraus machen, ist Urs Gisler offen und sachlich. In seinem Erstlingswerk «Geistheilung» (Aquamarin Verlag, Grafing 2016) erzählt er, wie er als junger Mann zum Geistheilen gefunden hat und wie er sich durch das Studium der unterschiedlichsten Bereiche eine breite Basis schaffen konnte: die Ausbildung zum Physiotherapeuten, die Lehre über unsere feinstofflichen Körper, die Kraft der Gedanken, die Chakren, die Bedeutung der Atmung, das I Ging, das Geistige Familienstellen, die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Ayurveda, «das Wissen vom Leben». Urs Gisler berührt alle Bereiche, die ihm in seiner Arbeit dienen. Die Übungen, die er vorschlägt, damit wir Leserinnen und Leser den Zugang zum Geistheilen selber finden können beziehungsweise darin Fortschritte machen, entsprechen seinen eigenen subjektiven Erfahrungen. Ein sehr persönliches und darum besonders interessantes Buch, zeitgemäss auch in der Aussage, dass die Menschheit den Sprung aus dem Egois[mehr]


Das Seelenleben der Tiere
von Peter Wohlleben

Peter Wohlleben verblüffte vor einem Jahr mit einem Buch über das «geheime Leben der Bäume». In seinem neuen Werk über «Das Seelenleben der Tiere» (Ludwig Verlag, München 2016) schafft es der deutsche Förster wieder trefflich, Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu verbinden mit persönlichen Erlebnissen und überraschenden Einblicken. Tiere kennen Liebe, Mitgefühl und Trauer, und es sind bei weitem nicht «bloss» Haustiere, denen man heute solche Gefühlsregungen zubilligt. In kurzen Kapiteln berichtet der Autor von der Mutterliebe eines Eichhörnchens und vom wild entschlossenen Mut eines Rehkitz’. Das ist unterhaltsam zu lesen – ein Augenöffner für Wesen, die sich als «Krone der Schöpfung» betrachten.[mehr]


Der grosse Trip zu dir selbst
von Cheryl Strayed

Bis zu ihrem 26. Lebensjahr hatte Cheryl Strayed nicht viel getan, wozu ihr irgendjemand geraten hätte. Und sie hatte vieles erlebt, das man niemandem wünschen würde. Als sie sich dann ohne jede Erfahrung dem erbarmungslosen Fernwanderweg Pacific Crest Trail aussetzte, sahen sie viele schon ins Verderben laufen. Doch für die «Frau mit dem Loch im Herzen» wurde diese Reise zum Wendepunkt ihres Lebens – und nicht nur für sie: Cheryls 2013 erschienene Autobiografie «Der grosse Trip» wurde überraschend zum Leitstern einer verlorenen Generation und liess Hunderte junger Frauen die Wanderstiefel schnüren. Als Cheryl Strayed gefragt wurde, ob sie die Nachfolge für einen Ratgeberblog antreten wolle, sagte sie spontan zu – und bereute es sogleich. Was sollte sie den Menschen sagen, war sie es doch, die nach Antworten suchte. Cheryl ist keine Psychologin, kein Guru und nicht mal eine klassische Kummerkastentante – aber: sie ist Mutter, Ehefrau, Exfrau, Exdrogensüchtige und Abenteurerin. Sie hatt[mehr]


Die Stille in mir
von Thomas Schmelzer

Geistheilen, Satsang, Philosophie, Channeling, Spiritismus, vergleichende Religionswissenschaften, Engelbotschaften – mit alledem und etlichem mehr kennt Thomas Schmelzer sich aus. Der Chefredakteur von Mystica TV trifft sich mit prominenten Heilern, Medien und Weisen, er moderiert Kongresse und liest Unmengen von esoterischer Literatur. Dass er sich darin nicht verliert, sondern seit Jahrzehnten mit wachem Herzen dabei ist und er sich bei aller Begeisterung eine gesunde Portion Skepsis bewahrt, hat mit einer frühen Erfahrung zu tun: Thomas Schmelzer erkrankte sehr jung an Krebs und unterzog sich weitreichenden medizinischen Eingriffen. Als er im Spitalbett lag und dem Tod ins Auge blickte, besann er sich eines Besseren, kehrte der Klinik den Rücken zu, hörte nur noch auf sich selbst – und fand auf wundersame Weise zur Heilung. «Die Stille in mir» (EchnAton Verlag, Ramerberg 2016) lautet der Titel seines Buches, und es ist zugleich der Leitfaden an dem sich der Autor bei seinem Gang d[mehr]


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