Buch des Monats

Über den Geist hinaus
von Alan Watts

Generationen von Sinnsuchern hingen ihm an den Lippen; in Radiovorträgen sprach der britische Religionsphilosoph Alan Watts in Kalifornien auf eine Art über orientalische Weisheit, dass seinen Zuhörern sogleich klar wurde: Das geht mich ganz persönlich ­etwas an, das hat mit mir zu tun und hilft mir weiter. Diese Wirkung hielt lange über seinen Tod 1973 an, doch in letzter Zeit ist es ruhiger geworden um diesen rede­gewandten Pionier des neuen Bewusstseins. «Über den Geist hinaus» (O. W. Barth Verlag, München 2020) vereinigt eine Sammlung von Vorträgen, die Watts’ Sohn Mark aus dem Nachlass zusammenstellte und erstmals veröffentlichte als Audiomitschnitte unter dem bezeichnenden Titel «Out of your Mind» (Sounds True). Und tatsächlich: Ob Alan Watts über Zen spricht, über die Entwicklung der westlichen Weltanschauung, den Taoismus oder über Advaita – egal, wo man dieses schmucke Buch aufschlägt, stets vermögen die Ausführungen zu überzeugen und ziehen den Leser in ihren Bann. Der Mann h[mehr]


Monkey Mind
Ralph de la Rosa

Wer seinen Hunger nach Wahrheit stillen, in Zukunft dank Analyse auf Paralyse verzichten und noch dazu getriggert werden als Heilungsangebot verstehen lernen mag, ist mit «Monkey Mind» (Fischer & Gann, Bielefeld 2020) von Ralph de la Rosa bestens versorgt. Das Buch reflektiert die Meditationspraxis und leitet zur unbedingten Fortsetzung an im Sinne von «Folge deinem gebrochenen Herzen». Dank der schönen Grafik zu unser aller Komfortzone, der unbestechlich klaren Einstellung des Autors, verstehst du mehr von Selbstliebe, der Fragwürdigkeit von Wundern, vom Segen des Monkeymind und hörst deiner inneren Familie liebevoll zu. Die sehr guten Anleitungen zur eigenen Praxis sind beim Verlag auch als Audiofiles abrufbar. Lustvoll, authentisch, kompromisslos aufklärend und zeitgemäss – ein Muss im Regal eines jedes Menschen, der Meisterin und nicht Manager des Lebens werden will! (Rezension: Nele Pintelon)[mehr]


Vollkommen unvollkommen
Marie Mannschatz

Im Buddhismus geht man davon aus, dass jeder Mensch vollkommen ist. Wir sind sozusagen alle Goldklumpen, die nur noch richtig geputzt und geschliffen werden müssen, damit unsere wahre Wesensnatur zum Vorschein kommt. Wie das geht, beschreibt Mannschatz auf lockere, spielerische und gleichzeitig tief gehende Weise. In ihrem neuen Buch «Vollkommen unvollkommen» (O. W. Barth, München 2019) erläutert sie zehn Tugenden, die im Buddhismus als Vollkommenheiten bezeichnet werden und sozusagen in dem Prozess das Schleifpapier sind. Anhand ihres eigenen Lebens, mit kleinen Anekdoten und schönen Sprüchen beschreibt sie jede einzelne Vollkommenheit. Ein bereicherndes Buch, das durch die vielen persönlichen Geschichten lebt und wieder einmal deutlich macht, dass wir alle unvollkommen vollkommen sind. (Rezension: Doris Iding)[mehr]


Bewusstheit schafft Frieden
von Christina von Dreien

Im Sommer 2017 erschien ein erstes Buch von ihr und machte sie rasch bekannt: Christina von Dreien, das hellsichtige Mädchen aus dem Toggenburg, verblüffte die spirituelle Szene mit ihrer Lebensgeschichte und mit Aussagen, die ihr aus Dimensionen zuflogen, welche die meisten nur vom Hörensagen kennen. Über geistige Reiche, seelische Bestimmung und spirituelle Entwicklung gab sie lächelnd Auskunft, als wäre es die selbstverständliche Sache der Welt. Bald sass sie auf grossen Bühnen, tourte durch Deutschland und die Schweiz, veröffentlichte regelmässig Videobotschaften und rief in rascher Folge Initiativen ins Leben zum Aufbruch in eine bessere Welt. 2018 folgte das zweite Buch, auch dieses ein Stück weit Lebensgeschichte, verfasst von ihrer Mutter Bernadette mit Govinda-Verleger Ronald Zürrer als Lektor an deren Seite. Noch in diesem Jahr standen beide Werke von ihr auf der Bestsellerliste, doch der seit je angekündigte Abschlussband der Trilogie liess auf sich warten. Der Christina-E[mehr]


Du grosses Geheimnis
von David Steindl-Rast

Die «Gebete zum Aufwachen» in David Steindl-Rasts neuem Buch «Du grosses Geheimnis» (Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2019) sind ein starker und sinnlicher Aufruf, jeden Tag achtsam, offen, berühr- und dankbar zu leben, und zwar von morgens in der Früh bis zum Einschlafen. Wir sollen und dürfen staunen über all die kleinen und grossen Geschenke, die wir wahrnehmen, wenn wir Augen und Herz offenhalten. Diese Gebete verschliessen sich nicht der Not und dem Leiden in der Welt. Vielmehr ruft der österreichisch-amerikanische Benediktinermönch damit auf zu Betroffenheit, Handlung, Begegnung und aktivem Einmischen. Jedes der 91 Gebete schliesst mit einem Vorsatz für den Tag, an dem es gesprochen wird, beispielsweise: «Heute soll schon mein Blick sagen: Ja, wir gehören zusammen – dem Zeitungsverkäufer, der Kollegin, der Bettlerin.» Bruder David verzichtet bewusst auf das polarisierende Wort Gott und beginnt die Gebete mit: «Du grosses Geheimnis, Quellgrund meines Lebens, Meer, dem alle[mehr]


Einfach Mensch sein
von Sy Montgomery

«Einfach Mensch sein» (Diogenes, Zürich 2019) – der Titel klingt nach anspruchsfreier Lebenshilfe und führt ohne den Untertitel gehörig in die Irre: «Von Tieren lernen». Sy Montgomery berichtet in dem hübsch aufgemachten und gut übersetzten Buch vom Leben mit Haustieren wie Hühnern, Hund und einem Schwein, aber auch von Begegnungen mit wilden Tieren wie Vogelspinnen, Emus, einem Wiesel und einem Oktopus. Wie zwanglos fügen sich diese Tiergeschichten zusammen zur Autobiografie der amerikanischen Wissenschaftsjournalistin, die solide recherchiert und mitreissend zu erzählen weiss. Die Lebensweise und Eigenarten der einzelnen Viecher bieten schon gut Stoff, sich zu wundern, die Persönlichkeiten der Menschen, die es mit ihnen zu tun bekommen, sorgen für unterhaltende Charakterstudien, und so richtig spannend wird es dort, wo Tier und Mensch sich spiegeln und bilden. Sie haben richtig gelesen, denn gerade das ist die Kernaussage dieses faszinierenden Buches: Wo wir Tiere in ihrem ganzen Wes[mehr]


Hunger
von Roxane Gay

In den USA ist die Stimme dieser Autorin spätestens seit ihrem 2014 erschienenen Essayband «Bad Feminist» aus aktuellen kulturkritischen Diskursen nicht mehr wegzudenken. In «Hunger» (btb Verlag, München 2019) teilt Roxane Gay nun ihre ganz persönliche Geschichte. Mit schonungsloser Offenheit erzählt sie, wie es ist, mit einem sehr dicken Körper in einer Welt zu leben, die solchen «unruly bodies» feindselig gegenübersteht. Sie erzählt aber auch, wie es dazu kam, dass ihr Körper so viel Gewicht ansetzte: Als Mädchen wurde sie von einer Gruppe Jungen vergewaltigt. Unfähig, sich in der Folge irgendjemandem mitzuteilen, begann sie zu essen – «um den Schmerz dieser Zerbrochenheit zu betäuben», wie sie es formuliert, und um sich in ihrem Körper wie in einem unverletzbaren Schutzwall zu verstecken. Es braucht wohl Löwinnen-Mut, als bekannte Intellektuelle ein so persönliches Buch zu schreiben und Worte zu finden für das Trauma der Vergewaltigung. Sich dem Risiko auszusetzen, als Schrif[mehr]


Treffer 1 bis 7 von 61
<< Erste < Vorherige 1-7 8-14 15-21 22-28 29-35 36-42 43-49 Nächste > Letzte >>



Spuren - Bahnhofplatz 14 - CH-8400 Winterthur - Tel. +41 (0)52 212 33 61 - www.spuren.ch